Neues Außengelände
Ein Stückchen Natur mitten im Stadtteil
Naturerlebnis in der Stadt: Das neu gestaltete Außengelände des katholischen Familienzentrums St. Bernhard in der Mannheimer Neckarstadt bietet jetzt genau das. Die hier liebevoll betreuten 42 Stadtkinder in zwei Gruppen können im neuen Außenspielbereich Natur und sich selbst unmittelbar erfahren. Dafür wurde der alte Baumbestand weitestgehend erhalten. Auch zur Freude der Vögel und Eichhörnchen, die sich in den Wipfeln tummeln.
Ein Turm mit Rutsche, dazu Seile, Netze, eine Wackelbrücke und eine Kletterwand begeistern kleine Klettermaxe und Abenteurer:innen. Sie bieten, genau wie der neue Sandkasten mit Sonnensegel oder die Wasser-Sand-Spielanlage, Raum für ganz viele fantasievolle Spielideen mitten im Grünen. Mit den fröhlichen Piepmätzen bis in die Baumkronen oder gar in den Himmel fliegen kleine Träumer:innen in der Netzschaukel und mit Dreirad oder Rutschauto können Nachwuchs-Rennfahrer:innen jetzt über die so ins Gelände integrierte Rennstrecke sausen, dass trotzdem ganz viel Raum zum freien Spielen und Toben bleibt.
„Zentral waren dabei die Bedarfe der Kinder,“ betont die Leiterin des Familienzentrums Elke Ganter: „Wir gehen mit den Kindern eigentlich täglich raus, da Bewegung für die Gesamtentwicklung so wichtig ist. Die sinnlichen Eindrücke beim Klettern, Schaukeln und Spielen wirken sich nicht nur auf die körperlichen Fertigkeiten, sondern auch auf die sprachliche und emotionale Entwicklung der Kinder aus.“ Die Baumaterialien spielten dabei eine besondere Rolle: „Naturnähe und natürliche Materialien“ waren ein echtes Anliegen für das Wohl „unserer Stadtkinder“.
Eine besondere Dreingabe ist da das von der verantwortlichen Baufirma Diringer & Scheidel gespendete hölzerne Märchen-Spielhaus, das mit seinen Klappläden in Lebkuchenoptik doch deutlich an das Knusperhäuschen aus Hänsel und Gretel erinnert.
Das Team des Familienzentrums und auch die Elternbeiräte fühlten sich bei der offiziellen Einweihung ein bisschen wie im Märchen. Das Bild, das das sanierungsbedürftige Areal noch vor rund einem Jahr abgab, ist verschwunden. Gesperrte Spielgeräte, jede Menge aufwirbelnder Staub im Sommer und knöcheltiefe Matschflächen bei Regenwetter hatten es quasi unbespielbar werden lassen. Doch nun ist alles neu durchdacht, neu gestaltet sowie in bewegte und ruhige Zonen unterteilt.
Um die Sanierung auf den Weg zu bringen, bekam das engagierte Team der Einrichtung Unterstützung vom Elternbeirat, der sich schließlich an den Stiftungsrat wandte. Da das Gelände auch außerhalb der Öffnungszeiten der Kita von der Kirchengemeinde und den Pfadfindern (DSPG Sankt Georg – Stamm St. Bernhard) genutzt wird, galt es, immer wieder alle an einen Tisch zu bekommen. Bruder Frank Hartmann ofm, leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Mannheim-Neckarstadt, und Ingrid Bormann-Farago, Stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende und Baubegleiterin des Projekts, erinnern sich noch allzu gut an unzählig Besprechungen im Vorfeld.
Doch im Sommer 2020 war der große Moment endlich gekommen. Bagger und Baumaschinen rollten an und sorgten in den kommenden Monaten immer wieder für große Begeisterung bei den Kindern, die die Arbeiten an den Fenstern mitverfolgten, erinnern sich die Bauleiter von Diringer & Scheidel Jörn Lange und Nino Somo.
Für die Gesamtgestaltung erwies sich Ulrike Mann, Freie Garten- und Landschaftsarchitektin aus Heidelberg als echter Glücksgriff. Sie hat „zehn grüne Daumen“, attestierte Hartmann bei der offiziellen Übergabe des Geländes. Aber auch die Chemie unter den Baubeteiligten stimmte einfach. So wurde zuletzt sogar noch ein neuer Anstrich des angrenzenden Tiefbunkers von der Stadt Mannheim als „Schönheits-reparatur“ veranlasst.
„Die Kinder sind schon immer gerne hier, aber jetzt noch mehr!“, freuen sich die Elternbeirätinnen Sara Lafi und Gülay Ogur. Auch Baubegleiterin Borman-Farago, die bei diesem Großprojekt „nie auf die Uhr geschaut hat“, wie Pfarrgemeinderatsvorsitzende Claudia Jacobs betonte, ist glücklich mit dem Ergebnis. Wurden doch auch eine Rampe und damit ein behindertengerechter und zugleich für Mütter mit Kinderwagen bei Abholung ihrer Kinder geeigneter Zugang, ein Spielgeräteunterstand und eine neue Umzäunung mit Sichtschutz umgesetzt.
Die Kosten für die Neugestaltung des 420 Quadratmeter großen Areals lagen bei 213.400 Euro. Zehn Prozent davon übernahm die Erzdiözese Freiburg, 70 Prozent die Stadt Mannheim und die restlichen Kosten entfielen auf die Kirchengemeinde. Schu
(Quelle Text u. Bilder: KIRCHEaktiv, Nr. 07/Juli 2021)




