Kirche

 

St. Bernhard Kirche, Innenraum
Der erste Spatenstich für das Kirchengebäude von St. Bernhard wurde im Jahr 1959 gesetzt. Nach der feierlichen Grundsteinlegung am 22. Mai 1960 erfolgte die Benediktion der Kirche durch den Stadtdekan Karl Nikolaus am 08. April 1961 und die Kirchweihe durch den Freiburger Erzbischof Dr. Hermann Schäufele am 29. Oktober 1961.

Tragendes Konstruktionselement für die Kirche ist eine Stahlbeton-Rahmenkonstruktion. Bei dem ungünstigen Baugrund ist dies von besonderer Bedeutung, da die anfallenden Lasten punktförmig durch Brunnen- bzw. Bohrpfahlgründung auf das Erdreich übertragen werden mussten.

 Der Turm wurde mit einer Höhe von rund 35 Metern über Straßenniveau geplant: In Tag- und Nachtarbeit wurde er hochgezogen. Er wurde an einem Stück gegossen, und die Arbeit durfte nicht unterbrochen werden.

Im ersten Pfarrführer schreibt der damalige Kurat Norbert Vierneisel:

„Wer den Grundriss unserer Kirche betrachtet, wird feststellen, dass alles zum Altar hinführt. Das wird in der Lichtführung sichtbar, alles einströmende Licht fließt dort zusammen. Alle architektonischen Linien führen hin zum Altar. Die Chorrundung, in deren Mitte er steht, fängt diese Bewegung auf. Wer die Kirche betritt, wird unwillkürlich zum Altar hingeleitet. … Was am Altar seinen Anfang genommen hat, wird durch die auseinander strebenden Linien der Wände, wie auch durch das große Fenster, das sich in westlicher Richtung weit öffnet, wieder hinausgeleitet. Denn die Gabe des Sakramentes und des Gotteswortes soll ja nicht im Herzen bewahrt, sondern in die Welt hinaus gesprochen und gelebt werden. Wer die Kirche betritt, soll sich sammeln und auf sein Inneres besinnen, wer dem Ausgang zustrebt, soll sich seiner Sendung in die Welt bewusst werden."

Der rechteckige Altartisch ist aus Marmor und wurde vom Künstler Prof. Albert Schilling aus Basel geschaffen. Die sechs Glocken wurden im Jahr 1965 von der Glockengießerei Schilling in Heidelberg gefertigt. Lesepult und Tabernakelstele entwarf das Künstlerehepaar Lene und Dieter Sicker im Jahr 1975.

Informationen zur Läuteanlage der St. Bernhard Kirche mit Klangbeispiel erhalten sie hier.

Kirchenfenster von Emil Wachter

Ein ganz besonderes Kleinod ist das von dem Künstler Emil Wachter gestaltete Fenster auf der Westseite der Kirche. Es umfasst ca. 145 Quadratmeter.

St. Bernhard Kirche,
Fenster Emil Wachter, Altar

Da es im Bereich der Taufkapelle liegt, wurde das Thema „Das Lied vom Wasser" gewählt und Blau als Grundfarbe ausgesucht. Oberhalb der Empore sind Szenen aus dem Alten Testament, unterhalb der Empore, im Bereich der Taufkapelle, Szenen aus dem Neuen Testament zum Thema Wasser dargestellt. Zu sehen sind auch die Gleichnisse Jesu. Wenn wir durch diese Tür die Kirche wieder verlassen, soll uns bewusst werden, dass wir den Auftrag haben, das Wort Gottes zu leben und es an alle Menschen weiterzugeben.

Vom Chorraum aus kann man das gesamte Fenster überblicken. Von hier aus sind fünf große Medaillons zu sehen, die so angeordnet sind, dass sie ein großes Kreuz bilden. Die Herrlichkeit dieses Kreuzes kommt zum Ausdruck in der Farbenpracht, aber vor allem auch in den Motiven der fünf Medaillons. Es sind Motive der Schöpfung, der Rettung und der Erlösung. Aber auch die Bosheit der Menschen wird sichtbar, die zur Sintflut, zur Sklaverei und zur Flucht vor dem Auftrag Gottes geführt hat. Immer wieder zeigen die Bilder die rettende Liebe und Zuwendung Gottes, zuletzt durch seinen Sohn Jesus Christus. Das rettende Handeln Gottes ist die zentrale Aussage des Alten Testaments und die zentrale Aussage dieses Fenster. Das Faszinierende an Wachters Kunstwerk ist einmal die Klarheit und Verständlichkeit seiner Motive, zum anderen setzt er der Fantasie des Betrachters keine Grenzen. Kaum einer wird sagen können „Ich kenne das Fenster". Und wann beginnen Sie, es kennen zu lernen?

 
St. Bernhard Kirche,
Fenster Emil Wachter
 
St. Bernhard Kirche,
Fenster Emil Wachter