Kirche

Das Kirchengebäude von St. Bonifatius ist eines der ältesten in der Neckarstadt und hat eine wechselvolle Geschichte. Gebaut wurde die Kirche von 1913-1915, die Kosten beliefen sich damals auf rund 440.000 Mark. Nach der Grundsteinlegung am 8. Juni 1913 wurde die Kirche in zwei Jahren errichtet und war damit nach Heiliggeist, Liebfrauen, Herz-Jesu und St. Josef der fünfte Kirchenneubau in Mannheim. Die Konsekration erfolgte bereits am 20. Juni 1915 durch Erzbischof Thomas Nörber.
St. Bonifatius Kirche, Innenraum


Für den Bau des Gebäudes hatte man ehrgeizige Pläne, es sollte in „Schönheit und Würde" nicht hinter der 1911 vollendeten Christuskirche zurückstehen. Im Gegensatz zu den damals üblichen Baustilen der Neuromantik und der Neugotik wählte man einen anderen modernen Stil, das Neubarock, später Jugendstil genannt. Als Außenverkleidung diente eine Sandsteinverkleidung.

Die Bonifatiuskirche gehört zu den größten Kirchen im Dekanat. Mit einer Turmhöhe von 52 Metern, einer Länge von 54 Metern und einer Kuppel von 23 Metern ist sie weithin sichtbar. Die gesamte überbaute Fläche beträgt 1282 Quadratmeter.

Im Sommer 1929 befasste sich die Gemeinde mit der Anschaffung eines neuen Hochaltars. Nach eingehender Prüfung der vorgelegten Entwürfe erhielt schließlich der Karlsruher Bildhauer Emil Sutor den Zuschlag. Seine Kreuzigungsgruppe, die überragt und umstellt ist von einem nach vorn gerichteten Baldachin, erhielt an Weihnachten 1931 die Weihe. Der Hochaltar ist aus schwarzem Kunstmarmor, dem so genannten Döbra-Marmor, gearbeitet. Die Figuren sind aus englischem Kunststein und mit Altgold überzogen. Den Baldachin gestaltete Sutor als innen vergoldete Kupferschale. Die Stufen sind aus belgischem Granit gefertigt. Die beiden Figuren über den Seitenaltären, Maria und Franziskus, sowie der Kreuzweg und die Antoniusgruppe, wurden ebenfalls von Emil Sutor geschaffen. Die gesamte plastische Innenausstattung ist somit sein Werk.

Im Jahr 1959, also genau 50 Jahre nach Gründung der Pfarrei St. Bonifatius, wurde die Künstlerin Gisela Bär aus Pforzheim mit der Schaffung einer Bonifatiusstatue beauftragt. Die aus Muschelkalk-Kernstein gehauene Staue des Namenspatrons wurde am 5. Juni 1960 eingeweiht und ziert seitdem die Außenwand der Kirche.

Im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche stark beschädigt. In der Nacht vom 09. auf 10. Mai 1941 fiel eine zweieinhalb Zentnerbombe in den hinteren Teil der Kirche, explodiert aber zum Glück nicht. Durch eine Brandbombe in der Nacht vom 16. auf 17. April 1943 wurde die Kuppel zerstört und erst im Jahr 1954 wieder aufgebaut. Im September 1943 verursachten Luftminen in der Nähe erheblich Schäden an Fenstern, Türen, Dach und Orgel.

Die Schäden, die der zweite Weltkrieg verursacht hatte, wurden bis zum Jahr 1954 behoben, zwanzig Jahre später wurde das Gotteshaus erneut renoviert. Neben einer neuen Beleuchtung und einer neuen Heizungsanlage wurde ein Zelebrationsaltar aus Gertelsbacher Granit mit einem Gewicht von fünf Tonnen aufgestellt, er löste den zuvor nur provisorischen Tischaltar nach der Liturgiereform im Jahr 1967 ab. Hinzu kamen die Apostelkreuze, die Sitzgruppe im Altarraum und ein Ambo, alles entworfen von Gisela Bär.

Nach einer Außenrenovation im Jahr 1985 wurde eine Sanierung des Innenraums in den letzten Jahren immer dringlicher, zwischen 2006 und 2007 schließlich konnte das Gebäude nach langen Verzögerungen endlich renoviert werden. Insgesamt 14 Monate dauerten die Arbeiten. Von den ersten Planungen bis zur Fertigstellung waren inzwischen mehr als fünf Jahre vergangen.

Die Glocken von St. Bonifatius wurden nach dem Einzug der ersten Glocken im ersten und zweiten Weltkrieg an Pfingsten 1958 geweiht. Insgesamt wurden sechs Glocken aus Glockenbronce von der Glockengießerei Schilling in Heidelberg im Turm angebracht. Sie sind mit folgenden Inschriften versehen:

  • Hl. Bonifatius, gib Glaubenskraft
  • Hl. Franziskus, erfüll uns mit seraphischer Liebe
  • Hl. Antonius von Padua, hilf uns in jeder Not
  • Hl. Maria, liebe Schutzfrau, steh uns bei im Todeskampf
  • Hl. Bernhard, schütze unsere Heimat
  • Engel Gottes, bittet für uns

Im Jahr 1958 wurde das Schlagwerk der Turmuhr in Gang gesetzt und im Jahr 1973 elektrifiziert.

Weitergehende Informationen zur Läuteanlage der Bonifatiuskirche mit Klangbeispiel erhalten sie hier.