Seligsprechung 1721
Heiligsprechung 1729
Patronat: Böhmen; der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer, Müller, Brücken; gegen Verleumdungen und falsche Urteile; für Verschwiegenheit
Helfer bei der Verteidigung des guten Rufes, bei Wassergefahren, zum Schutz des Eigentums
im Osten verehrt als Symbolgestalt des Widerstandes gegen religiöse Unterdrückung und Einmischung der Staatsgewalt in kirchliche Belange
Johannes wurde um das Jahr 1350 in der Ortschaft Pomuk in der Nähe von Pilsen in Böhmen geboren. Nachdem er Theologie und Rechtswesen in Prag und Padua studiert hatte, wurde er 1372 Notar in der Kanzlei des Erzbischofs in Prag und 1377 ihr Leiter. Nach der Priesterweihe im Jahr 1380 wirkte er zunächst als Pfarrer in einer Kirche, 1389 wurde er dann Generalvikar des Prager Erzbischofs Johann von Jenzenstein.
Johannes geriet in einen Konflikt zwischen dem Erzbischof und König Wenzel IV., als sich dieser in Angelegenheiten der Kirche einmischen wollte. Der Erzbischof widersetzte sich dem König, fiel bei ihm in Ungnade, und damit auch sein Generalvikar Johannes. Mehrere Geistliche wurden 1393 verhaftet (der Erzbischof soll entkommen sein) und gefoltert. Während die anderen anschließend entlassen wurden, war es Johannes, der an Händen und Füßen gebunden von einer Brücke in die Moldau geworfen wurde und dort ertrank. Legenden nennen einen anderen Grund für Johannes’ Tod: Als Beichtvater der Königin Sophie, der zweiten Gemahlin des Königs Wenzel, soll er sich geweigert haben, das Beichtgeheimnis zu brechen und dem König zu berichten, so dass dieser ihn töten ließ.
Der Leichnam von Johannes von Nepomuk wurde im Dom in Prag bestattet. Er wurde schon bald nach seinem Tod als Heiliger verehrt. Als man bei der Öffnung des Grabes 1719 zu sehen glaubte, dass die Zunge des Leichnams unverwest war, und man dies als Beweis für seine Verschwiegenheit deutete, wurde Johannes 1729 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen.
Auch heute noch finden sich die so genannten Nepomukfiguren auf vielen Brücken als »Brückenheilige«.
Darstellung: in priesterlicher Kleidung mit Birett; als Beichtvater der Königin von Böhmen; Zeigefinger vor dem Mund (Wahrung des Beichtgeheimnisses)
Attribute: Kruzifix, Palmzweig (Zeichen des Martyriums), Kranz mit fünf oder sechs Sternen (weil der Legende nach Lichter anzeigten, wo sein Leichnam im Fluss lag bzw. für die Buchstaben des lateinischen Wortes »tacui« = »ich habe geschwiegen« oder »tacuit« = »er hat geschwiegen «), Brücke und Fluss (weil er der Überlieferung nach von der – damals noch unvollendeten – Karlsbrücke in Prag in die Moldau gestoßen wurde), Zunge (weil man 1719 angeblich seine Zunge unverwest vorfand – wurde 1973 als eingetrocknetes Hirngewebe identifiziert)

Quelle: Herder-Verlag





