Patronat: Provence, Sizilien, Neapel; der nach ihr benannten Ordensgemeinschaften; der Frauen, reuigen Sünderinnen, Verführten; der Kinder, die schwer gehen lernen; der Schüler, Studenten, Gefangenen, Handschuhmacher, Wollweber, Kammmacher, Friseure, Salben-, Parfüm- und Puderhersteller, Bleigießer, Bergleute, Gärtner, Winzer, Weinhändler, Böttcher; gegen Augenleiden, Gewitter und Ungeziefer
Den Beinamen Magdalena hat Maria von ihrem Geburtsort Magdala am Westufer des Sees Genezareth. Maria soll eine der galiläischen Frauen gewesen sein, die Jesus im Kreise der Jünger begleiteten, nachdem dieser sie von der Besessenheit von Geistern und Dämonen geheilt hatte (Lukasevangelium 8, 2). Gemeinsam mit den anderen Frauen sorgte sie für den Lebensunterhalt von Jesus, scheint in diesem Kreis aber eine ganz besondere Rolle gespielt zu haben. Dafür gibt es mehrere Hinweise: Mit zwei anderen Frauen flüchtete sie nach der Festnahme des Heilands nicht, sondern wohnte sowohl seiner Kreuzigung (Matthäusevangelium 27, 55–56) als auch seiner Grablegung bei. Wiederum mit zwei Frauen entdeckte sie am Morgen nach dem Sabbat das leere Grab, und es wurde ihr aufgetragen, dies den Jüngern mitzuteilen (Markusevangelium 16, 6–7). Und schließlich war sie die Erste, der Jesus als Auferstandener begegnete (Johannesevangelium 20, 15–17). Über das weitere Leben der Maria Magdalena nach der Himmelfahrt von Jesus gibt es in der Heiligen Schrift keine Hinweise. Nach orthodoxer Überlieferung soll sie in Ephesos (heute Ruinenfeld bei Selçuk an der Ägäisküste der Westtürkei) gestorben und auch dort begraben worden sein. Ihre Gebeine soll der byzantinische Kaiser Leon VI. um das Jahr 899 nach Konstantinopel (seit 1453 Istanbul, Türkei) gebracht haben. Bereits im 4. Jahrhundert kam es teilweise zur Gleichsetzung ihrer Person mit der namenlosen Sünderin, die im Lukasevangelium (7, 37–38) genannt ist, und mit Maria von Bethanien. Diese Verschmelzung findet sich auch in den Legenden um ihre Person wieder, wie z. B. in der aus dem 11./12. Jahrhundert: Hier wird erzählt, dass Maria Magdalena gemeinsam mit Lazarus von Bethanien (dem Bruder Maria von Bethaniens) und anderen an die Mittelmeerküste beim späteren Marseille gekommen sei (durch Christenfeinde in einem steuerlosen Boot ausgesetzt, das auf wunderbare Art und Weise diese Küste erreichte). Sie soll in Aquae Sextae (heute Aix-en-Provence) als Einsiedlerin gelebt und das Evangelium verkündet haben, bis sie dort starb und begraben wurde. Ihre Gebeine sollen später in das Benediktinerkloster Vézelay (Burgund) gekommen sein. Hier steht heute die Basilika Sainte Madeleine. Auch in Paris, Exeter und Halberstadt werden Reliquien der Maria Magdalena verehrt.
Darstellung: als Büßerin in einer Höhle; mit anderen Frauen unter dem Kreuz Jesu oder vor dem leeren Grab; als mit Fell bekleidete Einsiedlerin
Attribute: Kreuz, Buch, Palmzweig, Salbgefäß, Geißel, Totenkopf

Quelle: Herder-Verlag





