orthodoxe Ostkirchen 12. Juli
Patronat: der Pfarrhaushälterinnen, Wäscherinnen, Weißnäherinnen, Leinenweber und -händler; gegen Blutungen; Helferin bei schweren Verwundungen und Fürsprecherin
für eine gute Sterbestunde
Veronika soll eine der Frauen gewesen sein, die Jesus auf seinem Leidensweg nach Golgatha begleiteten (Lukasevangelium 23, 27), wobei ihr Name nicht explizit genannt wird. An einer bestimmten Stelle (heute die VI. Station der »Via dolorosa«/»Leidensweg« in Jerusalem) soll sie mit einem Tuch das Gesicht Jesu von Schweiß und Blut getrocknet haben, wobei sich dessen Antlitz in das Tuch abdrückte (»vera ikon« = »wahres Abbild«). Veronika soll das Tuch dreifach gefaltet haben, so dass ein dreifacher Abdruck entstand. Jeweils einer dieser Abdrücke kam nach Rom und Spanien, einer verblieb in Jerusalem. Andere Legenden sprechen von einem fünffachen Abdruck, so dass auch die Städte Turin, Toulouse, Besançon, Compiègne und Sorlat behaupten, im Besitz einer dieser äußerst wertvollen Reliquien zu sein.
Um das »Schweißtuch der Veronika« ranken sich eine Vielzahl von Legenden. So soll Veronika z.B. den kranken Kaiser Tiberius durch Vorhalten des Tuches geheilt haben. Kurz vor ihrem Tod gab sie es an Papst Clemens I. (um 91–101; Heiliger) weiter, dieser wiederum an seine Nachfolger, bis es im Jahr 707 in den Petersdom in Rom kam.
Das Tuch taucht auch imZusammenhang mit König Abgar Ukkama auf, der im 1. Jahrhundert in Edessa (heute Urfa in der Südosttürkei) regierte und Jesus zu sich rufen ließ, um von diesem geheilt zu werden. Jesus versprach ihm, nach seinem Tod einen seiner Apostel zu schicken, der ihm helfen würde. Nach der Himmelfahrt Jesu entsandte der Apostel Thomas den Thaddäus nach Edessa, der ein Tuch mit dem Abbild von Jesus’ Gesicht mit sich trug und bei dessen Anblick König Abgar gesund wurde. Aufgrund dieser Legende wird das Tuch auch »Abgartuch« genannt.
Darstellung: als Matrone
Attribut: Schweißtuch mit dem Antlitz Jesu

Quelle: Herder-Verlag





