Camillo de Lellis

Namenstage: Camillo

Funktion: Heiliger, Ordensgründer

Gedenktag: 14. Juli

Patronat: der Kamillianer, Krankenhäuser, Krankenpfleger und -schwestern, Kranken und Sterbenden

Camillo de Lellis, geboren am 25. Mai 1550 in Bucchianico (südwestlich von Pescara am Rande der Abruzzen) als Sohn eines Hauptmanns im Dienste Kaiser Karls V. (1519–56), verlor noch als Säugling seine Mutter und als Sechsjähriger auch den Vater, weshalb er sehr vernachlässigt aufwuchs. Letztlich wurde auch er Soldat und kämpfte 1559–74 auf Seiten Venedigs in Dalmatien (heute Kroatien) sowie in Nordafrika in spanischen Diensten gegen die Osmanen (Türken). Während dieser Zeit wurde er zum Spieler und verlor sein gesamtes Hab und Gut. So musste er sich nach seiner Entlassung sein Brot als Handlanger beim Bau des Kapuzinerklosters Manfredónia (an der Adria, etwa in Höhe von Rom) verdienen. Dort erlebte er seine Bekehrung und wurde als Laienbruder in den Orden aufgenommen, musste das Kloster aber wieder verlassen, um im Jakobushospital in Rom ein bösartiges Fußleiden, das er sich im Krieg zugezogen hatte, auszukurieren. Nach seiner Heilung arbeitete er dort als Krankenwärter, stieg dank seiner Zuverlässigkeit zum Spitalmeister auf und gründete schließlich unter dem Einfluss von Filippo (Philipp) Neri (1515–85; Heiliger) eine religiöse Gemeinschaft für Krankenpfleger, aus der sich der 1591 von Papst Gregor XIV. endgültig bestätigte Orden der Kamillianer (Regularkleriker zum Dienst an den Kranken/Compagnieri dei Ministri degli Infermi/MI), auch »Väter vom guten Tod« genannt, mit Niederlassungen in ganz Italien entwickelte. 1607 gab Camillo, der 1584 nach einem Studium am Collegio Romano zum Priester geweiht worden war, die Leitung seines Ordens ab, um sich ausschließlich der Verbesserung der Krankenpflege widmen zu können. Er führte Neuerungen in der leiblichen und seelischen Betreuung der Kranken ein, die landesweit zu einer Reform der Krankenfürsorge führten, und leistete auch in der Armen- und Gefangenenfürsorge Großes. Nach schwerer Krankheit in den letzten Jahren starb Camillo de Lellis am 14. Juli 1614 in Rom und fand in der Krypta der Kirche Santa Maria Maddalena seine letzte Ruhestätte. Papst Benedikt XIV. sprach ihn 1742 selig und bereits vier Jahre später heilig. 1930 wurde er von Pius XI. offiziell zum Schutzpatron der Krankenpfleger und -schwestern und ihrer Vereinigungen erhoben. Heute ist der Kamillianerorden weltweit präsent, bildet Pfleger und Seelsorger aus und widmet sich auch den Geißeln der Gegenwart: Aids und Drogenabhängigkeit.

Darstellung: als Ordensmann mit rotem Kreuz auf schwarzem Habit

Attribute: Kruzifix, Buch, Engel, Totenkopf, Rosenkranz, Kranke

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

 
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